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Türkei: Beobachtung der Zugvögel:.
Ornithologie
Wichtige Vogelgebiete der Türkei Schutzverein der Natur
Die Vogelbeobachtung ist ein Hobby, das nicht nur seine Anhänger befriedigt, sondern gleichzeitig auch eine Methode ist, die vielen lebenden Vogelarten der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Vögel finden wir in allen möglichen Ökosystemen, die noch intakt sind. In Stadtparks, Sümpfen, Steppen, Wäldern und sogar in Wüstengegenden. Eine besondere Jahreszeit für Vogelbeobachter gibt es nicht. 365 Tage des Jahres kann man jeweils 24 Stunden diesem Sport nachgehen. In der Türkei sind zurzeit 450 verschiedene Vogelarten registriert.
Wer Vögel beobachtet und sie versteht, ist auch gleichzeitig über die Vorgänge in unserer sich ständig verändernden Umwelt unterrichtet. Denn die auf ihre Umwelt äußerst empfindlich reagierenden Vögel sind die ersten Boten, die auf Missstände aufmerksam machen. Ob auf Waldsterben, Austrocknen der Sümpfe oder Chemikalien auf den Feldern, die Vögel reagieren sofort darauf. Aus diesem Grunde kann man behaupten, dass Vogelbeobachtung durchaus eine Strategie des Umweltschutzes sein kann. Die Anzahl der in der Türkei beheimateten Vögel ist genauso groß, wie die Vogelartenvielfalt in ganz Europa.
Ein Grund dafür sind die vielen Sumpf- und Seengebiete in der Türkei, der zweite Grund ist, dass die meisten Vogelflugrouten über dieses Land führen. In den größten Delta- und Sumpfgebieten (Manyas, Izmir, Göksu Delta usw.) gibt es inzwischen Vogelwarten und Vorrichtungen für interessierte Ornithologen und Hobbyornithologen. Wichtige Passiersteilen bei den Vogelzügen im Frühling und Herbst sind: Istanbul und die Dardanellen, das östliche Mittelmeer (Adana, Hatay und Gaziantep) und das nordöstliche Anatolien (Artvin, Rize, Kars). Auffällig ist das hohe Potenzial an Raubvögeln in der letztgenannten Region. Zum Beispiel gibt es eine bestimmte Sorte Birkhühner ausser hier und in Georgien, nirgendwo sonst auf der Welt. Wichtig für die Vögel auf der Durchreise sind möglichst viele Sumpfgebiete an ihrer Route, von denen die Türkei reichlich zu bieten hat. Die Vogelbeobachtung erfreut sich in den letzten Jahren wachsender Beliebtheit. In fast jeder Ortschaft gibt es Gruppen, die sich die Vogelbeobachtung zur Aufgabe und zum Hobby gemacht haben. Erfahrungen und Beobachtungen werden vorwiegend über das Internet ausgetauscht.
Öko - Projekt für Wichtige Vogelgebiete
Da sich Vögel zeitlebens in allen möglichen Gebieten aufhalten, und es unmöglich ist, sie alle zu schützen, konzentriert sich dieses Projekt auf Plätze, die von ihrer biologischen Vielfalt her die besten Chancen für eine Lebensgarantie der Tiere bieten. Das Projekt wurde 1989 von einem internationalen Vogelschutzkomitee begonnen und wird seitdem in vielen Ländern durchgeführt. Der türkische Naturschutzverein hatte sich von Anfang an für eine Durchführung des Projektes in der Türkei eingesetzt und 1997 ein Buch dazu herausgebracht. Der Verein fährt zurzeit mit seinen Beobachtungen fort und wertet gleichzeitig Untersuchungsergebnisse aus.
Zielsetzung des Projektes in der Türkei ist, die für Vögel wichtigen Gebiete zu schützen, indem man zunächst der Bevölkerung bewusst macht, welche Bedeutung diese Plätze haben, Kampagnen veranstaltet und eine Lobby zu diesem Thema schafft. Die Entwicklung dieses Projektes wird permanent verfolgt und soll auch erweitert werden, indem man neue Gebiete zu Vogelschutzgebieten erklärt um auch diese unter einen besonderen Schutz stellt.
Die Koordination dieser verschiedenen Aufgaben hat der türkische Naturschutzverein übernommen. (DHKD, Dogal Hayat Koruma Dernegi)
Wie man Vögel Beobachtet
Da man Vögel nicht aus unmittelbarer Nähe beobachten kann, gehört ein gutes Fernglas in die Grundausstattung. Auf einem freien Feld leistet auch ein Teleskop gute Dienste. Ein Notizbuch, um seine Beobachtungen festzuhalten, sowie ein Buch zur Vogelartenbestimmung sind ebenfalls notwendig.
Natürlich müssen auch ein paar Verhaltensregeln eingehalten werden. Die erste ist, dass man die Vögel auf keinen Fall stören sollte. Die Brutgebiete sollte man nicht betreten und niemals Eier aus dem Nest nehmen. Seinen Beobachtungsplatz sollte man natürlich sauber und ohne Rückstände verlassen.
Die Vogelbeobachtung ist ein Hobby, das nicht nur seine Anhänger befriedigt, sondern gleichzeitig auch eine Methode ist, die vielen lebenden Vogelarten der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Vögel finden wir in allen möglichen Ökosystemen, die noch intakt sind. In Stadtparks, Sümpfen, Steppen, Wäldern und sogar in Wüstengegenden. Eine besondere Jahreszeit für Vogelbeobachter gibt es nicht. 365 Tage des Jahres kann man jeweils 24 Stunden diesem Sport nachgehen. In der Türkei sind zurzeit 450 verschiedene Vogelarten registriert.
Wer Vögel beobachtet und sie versteht, ist auch gleichzeitig über die Vorgänge in unserer sich ständig verändernden Umwelt unterrichtet. Denn die auf ihre Umwelt äußerst empfindlich reagierenden Vögel sind die ersten Boten, die auf Missstände aufmerksam machen. Ob auf Waldsterben, Austrocknen der Sümpfe oder Chemikalien auf den Feldern, die Vögel reagieren sofort darauf. Aus diesem Grunde kann man behaupten, dass Vogelbeobachtung durchaus eine Strategie des Umweltschutzes sein kann. Die Anzahl der in der Türkei beheimateten Vögel ist genauso groß, wie die Vogelartenvielfalt in ganz Europa.
Ein Grund dafür sind die vielen Sumpf- und Seengebiete in der Türkei, der zweite Grund ist, dass die meisten Vogelflugrouten über dieses Land führen. In den größten Delta- und Sumpfgebieten (Manyas, Izmir, Göksu Delta usw.) gibt es inzwischen Vogelwarten und Vorrichtungen für interessierte Ornithologen und Hobbyornithologen. Wichtige Passiersteilen bei den Vogelzügen im Frühling und Herbst sind: Istanbul und die Dardanellen, das östliche Mittelmeer (Adana, Hatay und Gaziantep) und das nordöstliche Anatolien (Artvin, Rize, Kars). Auffällig ist das hohe Potenzial an Raubvögeln in der letztgenannten Region. Zum Beispiel gibt es eine bestimmte Sorte Birkhühner ausser hier und in Georgien, nirgendwo sonst auf der Welt. Wichtig für die Vögel auf der Durchreise sind möglichst viele Sumpfgebiete an ihrer Route, von denen die Türkei reichlich zu bieten hat. Die Vogelbeobachtung erfreut sich in den letzten Jahren wachsender Beliebtheit. In fast jeder Ortschaft gibt es Gruppen, die sich die Vogelbeobachtung zur Aufgabe und zum Hobby gemacht haben. Erfahrungen und Beobachtungen werden vorwiegend über das Internet ausgetauscht.
Öko - Projekt für Wichtige Vogelgebiete
Da sich Vögel zeitlebens in allen möglichen Gebieten aufhalten, und es unmöglich ist, sie alle zu schützen, konzentriert sich dieses Projekt auf Plätze, die von ihrer biologischen Vielfalt her die besten Chancen für eine Lebensgarantie der Tiere bieten. Das Projekt wurde 1989 von einem internationalen Vogelschutzkomitee begonnen und wird seitdem in vielen Ländern durchgeführt. Der türkische Naturschutzverein hatte sich von Anfang an für eine Durchführung des Projektes in der Türkei eingesetzt und 1997 ein Buch dazu herausgebracht. Der Verein fährt zurzeit mit seinen Beobachtungen fort und wertet gleichzeitig Untersuchungsergebnisse aus.
Zielsetzung des Projektes in der Türkei ist, die für Vögel wichtigen Gebiete zu schützen, indem man zunächst der Bevölkerung bewusst macht, welche Bedeutung diese Plätze haben, Kampagnen veranstaltet und eine Lobby zu diesem Thema schafft. Die Entwicklung dieses Projektes wird permanent verfolgt und soll auch erweitert werden, indem man neue Gebiete zu Vogelschutzgebieten erklärt um auch diese unter einen besonderen Schutz stellt.
Die Koordination dieser verschiedenen Aufgaben hat der türkische Naturschutzverein übernommen. (DHKD, Dogal Hayat Koruma Dernegi)
Wie man Vögel Beobachtet
Da man Vögel nicht aus unmittelbarer Nähe beobachten kann, gehört ein gutes Fernglas in die Grundausstattung. Auf einem freien Feld leistet auch ein Teleskop gute Dienste. Ein Notizbuch, um seine Beobachtungen festzuhalten, sowie ein Buch zur Vogelartenbestimmung sind ebenfalls notwendig.
Natürlich müssen auch ein paar Verhaltensregeln eingehalten werden. Die erste ist, dass man die Vögel auf keinen Fall stören sollte. Die Brutgebiete sollte man nicht betreten und niemals Eier aus dem Nest nehmen. Seinen Beobachtungsplatz sollte man natürlich sauber und ohne Rückstände verlassen.
Beobachtungsorte:
Mogan-See, Kulu-See, Salzsteppe bei Cihanbeyli, Taurus-Pass, Göksu-Delta, Felsentäler bei Uzuncaburç, Lamos-Schlucht, Nur-Gebirge, Euphrattal und Wadi bei Birecik, Halbwüste nördlich Birecik, Aladag-Massiv, Melendiz-Tal in Kappadokien, Steppe westlich Aksaray, Tuz Göl (großer Salzsee).
Unterkünfte z. T. in guten, komfortablen Hotels, drei Nächte in einem Motel, drei Nächte in einer einfachen Pension.
Besonderheiten:
- Greifvogel-Parade am wildromantischen Taurus-Pass: mind. 7 Schmutzgeier, 2 Gänsegeier, 4 Zwergadler, 5 Schwarzmilane und 4 Schlangenadler, vom Pass über uns hinweg in die Schluchten fliegend oder lange in der Thermik kreisend.
- Vogelparadies Akgöl im Schwemmland: Heckensänger, Gelbsteißbülbül und Streifenprinien neben uns singend und balzend, elegante Spornkiebitze am Brutplatz, die seltenen Marmelenten und Graukopf-Purpurhühner am Schilfrand.
- Riesige Meeresschildkröten an der Oberfläche einer tiefblauen Felsenbucht.
- Halsbandfrankolin frei auf einem Erdwall sitzend und rufend, ein anderer lange neben dem Bus her rennend.
- Balzende Weißkopf-Ruderenten-Erpel, Junge führende Weibchen zwischen Schilfinseln.
- Beeindruckende Salzsteppe mit vielen Flamingos und Salzlerchen, Wiesenweihen, Sandflughühnern, einem zu Fuß jagenden Schelladler und dem fotogenen Rosenstar, wenige Meter entfernt auf einem Salzrasen.
- Erfolgreiche Suche nach dem farbenprächtigen Braunliest. Er sitzt im Morgenlicht auf einer Leitung, fliegt dann über ein Feld zu seinem Partner.
- Abenteuerliche Traktorfahrt ins Hochgebirge. Rufender Kaspischer Königshahn im Spektiv, um uns herum sind lauter Raritäten versammelt: Steinrötel, Steinbraunelle, Schneefink, Ohrenlerche, Mauerläufer, Ringdrossel, Chukarhuhn, Alpenkrähe und Alpendohle. Beim Abstieg kommen noch Steinadler, Felsensteinschmätzer und Rotflügelgimpel dazu.
- Mit schwarzen Köpfchen und leuchtend roter Stirn bekommen die Rotstirngirlitze den Preis für die hübschesten Kleinvögel der Fahrt.
- Ein Würgfalke übergibt das erbeutete Ziesel in der Luft seinem deutlich größeren Weibchen; akrobatisches Flugmanöver!
- Zwei Streifenohreulen, äußerst selten in der Westpaläarktis, können wir bei bestem Tageslicht stundenlang wenige Meter über uns auf ihrem Ruhebaum in einem Cafégarten anschauen.
- Unvergessliche Wanderung durch das Wadi bei Birecik. Tamariskengrasmücken, Dornspötter, Steinsperlinge und die Waldrappe bestens zu sehen, aber das Highlight ist das Persische Wüstenhuhn, frei auf einem Stein sitzend.
- Das Erleben einzigartiger Extremlandschaften, mächtige Vulkane und bizarre Tuffsteingebilde in Kappadokien, Tafelberge und Schluchten im Taurus, Steppen und Halbwüsten, gewaltige Gebirgsstöcke im Aladag-Massiv.
- Viele, viele neue Vogelarten für alle Teilnehmer, zwei haben über 80, zwei andere über 100 neue Arten auf der Reise kennen gelernt!
- Und nicht zuletzt: Eine gut harmonierende Gruppe, in der jeder mit großer Begeisterung zu dem grandiosen Ergebnis von rekordverdächtigen 209 (+1) Vogelarten beigetragen hat.
ZWERGSCHARBE (phalacrocorax pygmeus)
Zwergscharben bevorzugen Stillgewässerränder und mildes Klima. Sie bewohnen Süß-, Salz- und Brackwasser und überwintern überwiegend in Lagunen, Delten und Flüssen im Wald. Sie brüten in ihren Überwinterungsgebieten. Die Zwergscharben brüten gewöhnlich in Kolonien. Die Brutsaison dauert von Ende März bis Anfang Juli. Sie bauen ihre Nester 1-1,5 m über dem Meeresspiegel in Bäumen und Büschen.
In bewaldeten Gebieten sind die Nester manchmal in 2-2,5 m Höhe. Sie benutzen ihre alten Nester wieder, nachdem sie sie verstärkt haben.
Die Brutpopulation in der Türkei wird auf 1500 Paare geschätzt. (DHKD Verein zum Schutz des natürlichen Lebens) Die Brutgebiete in der Türkei sind der Uluabat See (max. 300 Paare), die Ereğli Röhre (max. 600 Paare), die Sultan Röhre (Kayseri) (max. 200 Paare), der KuŞ See (150 Paare) sowie die AkŞehir und Eber Seen, die HotamıŞ Röhre (Konya) und die Çaldıran Röhre (Van).
Die Überwinterungsgebiete sind das Meriç Delta (Edirne) (max. 1450), der Uluabat See (max. 1078), das Gediz Delta (max. 1000), das B. Menderes Delta (max. 350). Weitere Überwinterungsgebiete sind der Marmara See, der IŞıklı See, der Eğridir See und das Göksu Delta.
KRAUSKOPFPELIKAN (Pelicanus crispus)
Krauskopfpelikane bewohnen breite Binnengewässer, Seen, große Sumpfgebiete und Lagunen. Obwohl sie im Süßwasser leben, trifft man sie, wenn auch selten, in Salz- und Brackwasser an. Sie bevorzugen überwiegend Gewässerränder mit vielen Fischen. Diese Pelikane brüten an Seen, Delten und Flussmündungen in Kolonien. Sie fliegen im Februar zu ihren Brutplätzen. Nach 10 Tagen legt das Krauskopfpelikan-Weibchen 4 Eier. Die Brutzeit beträgt 31-32 Tage. Mit 11-12 Wochen sind die Jungen voll befiedert. Die Krauskopfpelikane verlassen im Herbst ihre Brutgebiete. Die Überwinterungsgebiete sind die Küsten und Delten des Mittelmeeres sowie des Kaspisches Meeres. Die Gebiete zum Überwintern sind sehr schmal.
Lage in der Türkei:
Brutgebiete: das Menderes Delta (max. 42 Paare), der KuŞ See (max. 35 Paare), das Gediz Delta (max. 35 Paare), der AktaŞ See (Ardahan) (max. 50 Paare), das Kızılırmak Delta (max. 6 Paare).
Ihre Überwinterungsgebiete sind das Menderes Delta (max. 434), das Gediz Delta (max. 341), das Meriç Delta (max. 290), der Uluabat See (max. 136), der KuŞ See (max. 117), das Göksu Delta (max. 56).
ZWERGGANS ( Anser erythropus)
Die Brutgebiete der Zwerggans befinden sich in den hochnordischen Tundragebieten Skandinaviens und Russlands.
Die vegetarische Zwerggans ernährt sich von Grasschösslingen in Gewässernähe und bevorzugt salzige Sumpfgebiete.
Überwinterungsgebiete sind meistens halbtrockene Gebiete. Falls sie keine Steppen finden, bewohnen sie andere Habitate.
Lage in der Türkei:
In kalten Winterjahren kann man sie in Westanatolien, Thrazien und in Ostanatolien sehen.
ROTHALSGANS ( Branta ruficollis )
Die Rothalsgans bewohnt während der Zugzeit Steppengebiete. Ihre Ernährungshabitate an den Küsten des westlichen Schwarzmeergebietes sind jedoch Wiesen und landwirtschaftliche Nutzflächen. Um Wasser zu trinken und die Nacht zu verbringen kann die Rothalsgans zu sicheren Stillgewässerrändern fliegen. Ihre Brutgebiete sind überwiegend Tundren. Sie brüten in Kolonien aus 5-6 Paaren und legen 3-10 Eier. Die Brutdauer beträgt 25 Tage.
Lage in der Türkei:
Die Türkei ist eines der fünf Länder, in denen sie während der Zugzeit gesehen werden können. Im Winter sind wenige Rothalsgänse an Stillgewässerrändern in Kayseri zu sehen. Am Erçek See (Van) in Ostanatolien brüteten im Jahre 1982 zwei Paare. Informationen über die darauf folgenden Jahre liegen nicht vor.
BRAUTENTE (Marmorentta angustrious)
Die Brautenten bewohnen mit Pflanzen bedeckte Gebiete neben seichten Süßwasserseen. Manchmal trifft man sie jedoch auch in Gebieten neben Salz- oder Brackwasserseen. Zur Brutzeit bevorzugen sie Sumpfniederungen. Sie bauen ihre Nester auf Rohren und Pflanzeninselchen über Wasser. Brautenten legen in der ersten Aprilhälfte, auslaufend bis Juni etwa 4-14 Eier. Die Brutdauer beträgt 28-32 Tage. Sie können sehr gut tauchen und ernähren sich hauptsächlich von wirbellosen Tieren und Pflanzen.
Lage in der Türkei:
Die Türkei ist einer der wichtigsten Wohngebiete der Brautente.
Die Brutpopulation in der Türkei wird auf 150-200 geschätzt. 50 Paare im Göksu Delta, 35 Paare in den Delten Seyhan und Ceyhan und 20 Paare in den HatamıŞ Röhren (Konya). Andere Brutgebiete sind die Sultan Röhre, der Kulu See, die Ereğli Röhre, das Bendima Delta und die Çelebibağ (Van) Röhre.
WEIßKOPF-RUDERENTE (Oxyura Leucocephala)
Die Weißkopf Ruderente bewohnt flache Steppenseen mit salzigem, brackigem und süßem Wasser und mit breiten Ufervegetationszonen. Als Überwinterungsgebiete bevorzugen sie überwiegend breite, tiefe und wenig bepflanzte kleine Gebiete oder größere Wasserflächen. Das Nest wird in der äußersten Rohrkante oder auf Schilfinselchen, stets nahe dem tiefen Wasser errichtet. Die Brutsaison dauert von April bis Juli. Sie legen 4-9 große Eier. Die Brutdauer beträgt 22-24 Tage. Sie ernähren sich von Larven, wirbellosen Kleintieren und Wasserpflanzen.
Lage in der Türkei:
Die Türkei ist einer der wichtigsten Länder für die Weißkopf Ruderente. Die meisten verbringen im Vergleich zu den anderen Ländern den Winter in der Türkei. Das weltweit wichtigste Überwinterungsgebiet der Weißkopf Ruderenten ist der Burdur See. In manchen Jahren überwintern 50 Prozent der gesamten Ruderenten am Burdur See. Nach Angaben des Vereins für den Schutz des natürlichen Lebens (DHKD) lebten hier 10927 Weißkopf Ruderenten.
Es wird vermutet, dass diese Zahl drastisch gesunken ist. Außer dem Burdur See überwintern die Enten auch am KuŞ See (max. 34), am Marmara See (max. 20), am KarataŞ See (max. 128), am YarıŞlı See (max. 82) und am İrfanlı Staudamm (max. 122). Vor der Brutzeit bewohnen sie die Sandbänke von Ereğli (max. 508), die HotamıŞ Röhre (max. 354) und den Kulu See (max. 319). Am Ende der Brutzeit wurden sie am Arin See (Sodawasser) (max. 750) und während der Zugzeit am Kızılırmak Delta (max. 1246) gesehen. Ihre Brutgebiete sind: die Ereğli Röhre (max. 50 Paare), die HotamıŞ Röhre (max. 50 Paare), der Kulu See (max. 30 Paare), der Arin See (Sodawasser) (max. 30 Paare), die Sultan Röhre (max. 20 Paare), der Uyuz See (max. 10 Paare), der Kazanlı See (max. 10 Paare), Die Seen Kars Çalı und Kuyucak (max. 12 Paare) sowie die Seen Van Sarısu und NurŞun (max. 6 Paare).
MÖNCHSGEIER (Aegypius Monachus)
Sie bewohnen Berge, in hoch liegende Steppenränder. Um brüten zu können, benötigen sie leicht geneigte bewaldete und weite Täler sowie sub-alpine (bis zu 2000 m) mit verschiedenartigen Nadelbäumen versehene Gebiete. Sie ernähren sich in Steppengebieten. Sie brüten in Kolonien oder alleine. Die Mönchgeier bauen auf Bäumen breite Nester, wo sie ihre Eier legen. Sie brüten erstmals mit 5-6 Jahren. Die Eier werden generell von Februar bis Ende April gelegt. Die Brutzeit beträgt 50-54 Tage. Die Jungen verlassen generell 100-105 Tage lang nicht das Nest.
Die Lage in der Türkei:
Türkmen Baba Berg zwischen EskiŞehir und Kütahya (10 Paare), Nationalpark Kızılcahamam Soğuksu (6 Paare), Berg Bolu Kavalı (5 Paare), EskiŞehir Hamam Berg (5 Paare), Denizli Akberg (3 Paare), Murat Berg (2 Paare), die Berge im östlichen Schwarzmeergebiet (10 Paare).
KAISERADLER (Aquila heliaca)
Der Kaiseradler hält sich in tiefen Lagen bis 1000 Metern über dem Meeresspiegel auf. Seine Brutgebiete in Mittel- und Osteuropa sind Landschaften mit parkähnlichem Charakter, wo Waldungen, Hecken und Feldgehölze mosaikartig abwechseln mit Grasländern, Feuchtgebieten und Kulturland.
Ihre Überwinterungsgebiete sind meist Nebengewässer. Während der Zugzeit haben sie jedoch viele verschiedene Habitate. Der Kaiseradler baut sein Nest generell auf die Kronen von hohen und alten Bäumen. Die Brutzeit, die 6 Wochen beträgt, endet im März oder Anfang April. Sie legen 2-3 Eier. Die Hauptbeute der Kaiseradler sind kleine Säugetiere wie Hasen, Erdhörnchen, Wiesel und Mäuse. Auf dem Speiseplan stehen allerdings auch Wasserschlangen, Salamander, Frösche und Eidechsen.
Die Lage in der Türkei:
2 Paare in den Wäldern Ankara Beynam, ein Paar in den Delten Meriç (Edirne). Die Ilgaz Berge, der Yozgat Nadelwald und der EskiŞehir Türkmen Baba Berg sind vermutlich weitere Brutgebiete. Die Zerstörung des Lebensraums der Säugetiere, von denen sich die Kaiseradler ernähren, die forstwirtschaftlichen Tätigkeiten, die Zerstörung der Habitate und der großen und alten Bäume sowie Jagd und illegaler Handel sind einige Gründe, warum die Bestände des Kaiseradlers zurückgehen.
RÖTELFALKE ( Falco naumanni )
Der Rötelfalke brütet in Kolonien und baut sein Nest auf Dächern alter Häuser, in Mauernischen oder Dachluken alter Gebäude. Er bevorzugt generell warme und heiße Gebiete mit niedrigwüchsiger Pflanzendecke und baut seine Nester überwiegend in von Menschen bewohnten Gebieten. Der Rötelfalke brütet normalerweise in großen Kolonien. Da seine Bestände jedoch drastisch zurückgegangen sind, bestehen die Kolonien nur noch aus weniger als 10 Paaren. Obwohl die Rötelfalken nur mit ihrer Art brüten, bilden sie mit kleinen Krähen und Turmfalken Brutkolonien.
Hauptsächlich ernährt sich der Rötelfalke von großen Insekten wie Heuschrecken, Grillen und Käfern. Die Population in der Türkei wird auf 3-5 Tausend geschätzt. Er brütet in der Umgebung des Tuz Sees, des Balıkdamı (EskiŞehir) sowie der Ereğli Röhrichte.
WACHTELKÖNIG (Crex Crex)
Der Wachtelkönig bewohnt Nichtgedüngte feuchte Felder, regelmäßig gemähtes Wiesenland mit wenig Pflanzen sowie angebaute Felder. Auch Stillgewässerränder und die Ränder von Röhrichten sind für diese Art von großer Bedeutung. Sie brüten meistens in offenen oder halboffenen Geländen und verstecken sich in hochwüchsigen, deckungsreichen Wiesen.
Die Brutsaison im Frühling verbringt der Wachtelkönig in hochwüchsigen Wiesen, wo reichlich Wurzeln und Blätter sind. Er ernährt sich von wirbellosen Kleintieren, die auf Blättern und in der Erde leben. Im Herbst und im Winter ernährt sich der Wachtelkönig überwiegend von Samen. Er verbringt den Sommer in der Türkei oder zieht über die Türkei weiter nach Süden. Er legt 7-9 und manchmal auch 12 Eier. Die Brutdauer beträgt 3 Wochen. Im Sommer lebt er im Süden des Marmara- Gebietes, in den inneren Teilen der Ägäis sowie in Zentralanatolien. In den übrigen Gebieten der Türkei wird er als Zugvogel gesehen. Über die Brutgebiete in der Türkei ist eine umfangreiche Untersuchung erforderlich. Bislang wurden in der Türkei 10 Paare festgestellt. (Bird in Europe, Seite 228)
GROSSTRAPPE (Otis tarda)
Die Großtrappe bewohnt ein weites Gebiet von Mittel- und Südeuropa bis Mittelasien und Mandschurei. Sie bevorzugt breite offene und überwiegend flache landwirtschaftliche Nutzflächen, Wiesenland und Steppen. Sie baut ihr Nest in angebaute Felder oder zwischen hochwüchsigem Gras. Der Nestplatz wird vom Weibchen ausgesucht.
Die Großtrappe legt meistens 2 Eier. Ihre Brutdauer beträgt 28-30 Tage. Sie ist während der Brutzeit sehr sensibel. Falls sie beunruhigt wird, verlässt sie sofort das Nest. Die Jungen werden in den ersten Monaten von Käfern ernährt. Die Großtrappe ernährt sich von Käfern und Pflanzen. Sie wechselt ihren Wohnort nur in harten Wintermonaten.
Lage in der Türkei:
Sie werden in der AltınbaŞ Ebene in Kütahya (1996 51 Paare), im Aliken Plateau EskiŞehir (20 Paare), im Nordwesten des Van Sees (200 Paare) sowie in der Bulamak Ebene in MuŞ beobachtet.
DÜNNSCHNABELBRACHVOGEL (Numenius tenuirostris)
Untersuchungen im südlichen Tal- Gebiet in Westsibirien und in Waldsteppen belegen, dass der Dünnschnabelbrachvogel kleine bewaldete Gebiete, seichte Gewässer, kleine Wiesen und kleine Gebiete ohne Pflanzen bewohnt. Er bevorzugt während des Zugs und zum Überwintern verschiedene Habitate wie salzige Sumpfgebiete, Steppen, brackige Lagunen und Fischseen.
Er zieht über die Türkei nach Nordafrika und in die westlichen Mittelmeerländer. In der Türkei wurden zwischen 1946-1990 insgesamt 29 Dünnschnabelbrachvögel registriert. Die potentiellen Wohngebiete in der Türkei sind vermutlich der Tuz See, das Göksu Delta, der Seyfe See, der Burdur See und die Çamaltı Saline sowie das Kızılırmak Delta.
INSELMÖWE (Larus ovdoinii)
Sie bewohnt felsige Abgründe und Inseln, die von der Küste entfernt liegen und benutzt verschiedene Habitate wie felsige oder 85 Prozent mit Büschen bedeckte Gebiete, gänzlich flache und auch um 90 Grad geneigte Gebiete der dem Meeresspiegel nahen Höhen bis zu 1000 Metern.
Sie brüten in Kolonien, die Tausende Paare erreichen können. Als Brutgebiete bevorzugen sie Gebiete, die weniger dicht mit Pflanzen bedeckt sind. Die Pflanzen schützen die Jungen vor Wärme und Raubtieren. Sie legen in der zweiten Aprilhälfte, auslaufend bis Mai etwa 2-3 Eier. In den ersten zwei Wochen im Juli schlüpfen die Jungen aus den Eiern. Die Brutdauer beträgt 4 Wochen. Die Inselmöwe ernährt sich von Fischen, kleinen Säugetieren, Gliederfüßern, Vögeln und Pflanzen. Im ganzen Mittelmeergebiet werden sie auf 15 Tausend Paare geschätzt. Im türkischen Mittelmeergebiet leben vermutlich 30-50 Paare. Zwischen Mersin und Silifke wurden 30 Paare registriert.
SEGGENROHRSÄNGER (Acrocephalus paludicola)
Während der Brutsaison hält sich der Seggenrohrsänger gerne in großflächigen Feuchtgebieten mit wenig Bäumen und Büschen und einem Wasserstand zwischen 1 und 10 cm auf. Er bevorzugt Sumpfgebiete an Flussebenen. Während des Zugs benötigt der Seggenrohrsänger Sümpfe mit kurzem Gras und Röhrichte in offenen Gewässern.
Seggenrohrsänger vereinen Polygamie und gemischte Fortpflanzung. Sie brüten 15-16 Tage lang. Der Erfolg der Fortpflanzung ist mit 83 Prozent sehr hoch, falls sie nicht von kleinen Säugetieren gestört werden.
Den Sommer verbringt er im Marmara- Gebiet, im westlichen Mittelmeergebiet und im Nordosten Anatoliens.
Waldrapp (Geronticus eremita)
Der vom Aussterben bedrohte in Kolonien lebende Waldrapp (Geronticus eremita) ist in der Türkei nur in der Kreisstadt Birecik der Provinz Urfa und in Marokko zu sehen. Dieser Vogel ist unter den Wildtieren in der Türkei der am meisten vom Aussterben bedrohte.
Der Waldrapp nimmt einen besonderen Platz in der Fauna der Türkei ein. Deshalb sind die Bemühungen zur Fortpflanzung und zum Schutz des Waldrapps von großer Bedeutung und werden von den Vogelliebhabern aus nächster Nähe verfolgt.
Die Jahre zwischen 1958 und 1960 waren für die Waldrappenpopulation ein schwerer Schlag. Um einen von Syrien und Irak sich nähernden Heuschreckenschwarm zu bekämpfen, wurde im ganzen südostanatolischen Gebiet das Insektenbekämpfungsmittel DDT eingesetzt. Die Zahl der Waldrappe war früher so hoch, dass sie nach Worten von noch heute lebenden Menschen "die Sonne bedeckten". Einige ausländische Vogelbeobachter registrierten Anfang des 20. Jahrhunderts in dieser Umgebung mehr als 1000 Waldrappennester. Aus dieser Information wird vermutet, dass die Waldrappenpopulation damals über 5000 war.
Nach dem DDT Einsatz kamen mehr als 700 Paare Waldrappen ums Leben. Ihre Zahl sank von Jahr zu Jahr weiter. Daraufhin traf die Zentrale Jagdkommission nach dem Feldjagd-Gesetz Nummer 3167 einen Beschluss, wonach der Waldrapp ab 1967 zu den das ganze Jahr über geschützten Tierarten gehörte. Dies konnte jedoch nicht verhindern, dass sie immer weniger wurden. Ihre Zahl schrumpfte aufgrund von Eingriffen des Menschen in ihre Lebensräume. Die Menschen errichteten 3-4 stockige Gebäude vor den von Kolonien bewohnten Felsen.
1978 errichtete das Generaldirektorat für den Schutz der Nationalparks und der Jagd- und Wildtiere einen Kilometer nördlich des Stadtgebietes eine spezielle Aufzuchtsstation, um die Zahl des Waldrapps zu erhöhen.
Die in den speziellen Stationen gezüchteten Vögel wurden markiert und in die freie Natur gelassen. Einige paarten sich mit den aus dem Süden zurückgekehrten Waldrappen und bekamen Jungen. Das wichtigste Problem war jedoch, dass mehrere gezüchtete Waldrappe die Kreisstadt Birecik nicht verlassen haben. Sie zogen im Winter nicht in wärmere Gebiete, was für den Waldrapp ganz natürlich ist, sondern blieben in Birecik und starben wegen der Kälte.
Das Volk in Birecik betrachtet den Waldrapp als Verkünder des Frühlings und als ein heiliges Tier. Wenn die Waldrappen nach Birecik zurückkehren, werden deshalb Festivals veranstalte. Trotz jeglicher Bemühungen ist der Bestand der Waldrappe drastisch gesunken. Jedes Jahr kehrten immer weniger Waldrappen aus dem Süden zurück. 1991 kam leider kein einziger Waldrapp mehr in die Türkei.
Der Waldrapp baut sein Nest in Felsen und lebt in Kolonien. Er legt meistens 2-4 Eier. Die Brutdauer beträgt 27-28 Tage.
Er ernährt sich von Heuschrecken, Käfern, Schlangen, Eidechsen und Larven.
PURPURHUHN (Porphyrio porphyrio)
Das auch Purpuralle genannte Purpurhuhn bewohnt in der Türkei nur das Göksu Delta (Silifke). Es wurde jedoch auch im Kızılırmak Delta gesehen.
Dieser Vogel lebt in der Türkei und ist kein Zugvogel. Obwohl behauptet wird, dass das Purpurhuhn vom Kaspischen Meer zum Kızılrmak Delta gezogen ist, sind wir davon überzeugt, dass sich diese Vogelart im Kızılırmak Delta vermehrt hat. Nachdem eine höhere Zahl erreicht war, wurde es von den Forschern registriert.
Das Purpurhuhn ist in der Türkei vom Aussterben bedroht. Im Göksu Delta leben 300 und im Kızılırmak Delta 20 Paare...
Es bewohnt Seen, die dicht mit Röhren bedeckt sind, Sümpfe und wieder mit Röhren bedeckte breite Kanäle sowie Feuchtgebiete. Das Nest wird vom Weibchen und Männchen gemeinsam gebaut. Das Weibchen legt 3-5 Eier und brütet abwechselnd mit dem Männchen. Die Brutdauer beträgt 28 Tage. Die Jungen werden von beiden Elternteilen aufgezogen und werden in 35-45 Tagen flügge.
Purpurhühner ernähren sich von verschiedenen Wasserpflanzen, Samen, Wasserkäfern, Insekten und Fröschen.
Vogelarten in der Türkei (9.8 Mb)
Das Cirit Spiel
"Cirit", auch "Çavgan" genannt, ist ein Spiel, das die Türken seit Jahrhunderten spielen. Die Türken brachten dieses Pferdespiel von Mittelasien nach Anatolien. Das Pferd ist für die Türken heilig und unverzichtbar. Sie kamen auf dem Pferd auf die Welt, wuchsen auf dem Pferd auf, führten ihre Kriege auf dem Pferd und starben auf dem Pferd. Die Stutenmilch war ein gängiges Getränk der Türken.
Das Ciritspiel war das größte Zeremonien- und Sportspiel der Asien-Türken. Im 16. Jahrhundert wurde es zu einem Kriegsspiel der osmanischen Türken. Das Ciritspiel war im 19. Jahrhundert ein weit verbreitetes Schau- und Sportspiel im ganzen Osmanischen Reich und in den Palästen. Da Cirit gleichzeitig ein sehr gefährliches Spiel ist wurde es im Jahre 1826 von Sultan Mahmut II. verboten. Nach seiner Herrschaft wurde das Spiel erneut im Osmanischen Reich als Kriegsspiel verbreitet.
Das Ciritspiel, das vor 40-50 Jahren in fast allen Ecken Anatoliens gespielt wurde, existierte in den letzten Jahren nur noch in Balıkesir, Söğüt, Konya, Kars, Erzurum und Bayburt. Es wird seit 20-25 Jahren in Konya und Balıkesir überhaupt nicht mehr gespielt.
Trotzdem wird dieses Spiel in fast allen Ecken Anatoliens während Hochzeiten und Festen von Dorfjungen oder Einwohnern von Provinzstädten gespielt. In großen Städten hat Cirit seit vielen Jahren keinen Platz mehr. Das Ciritspiel ist von den Dörfern in Sinop bis Gaziantep, von Bursa bis Antalya sowie im Osten, Westen, Süden und Norden Anatoliens ein Helden- und Kriegsspiel neben dem Ringkampf. Um das Interesse des Volkes zu erwecken, wird auf dem Cirit Platz traditionelle Musik mit Trommeln und Oboen gespielt. Auch im Iran, Afghanistan und Turkmenistan sowie anderen von Türken bewohnten Ländern in Asien ist das Ciritspiel weit verbreitet.
Cirit wird jedes Jahr anlässlich der Ertuğrul Gazi Zeremonien am zweiten Septembersonntag in Söğüt sowie in Erzurum, Kars und Bayburt anlässlich verschiedener Feierlichkeiten gespielt.
Im September 1972 wurde durch Vorstoß des Konya Tourismusvereins in Konya ein Ciritfestival veranstaltet. An diesem Festival nahmen Cirit- Mannschaften aus Erzurum und Bayburt teil. Das Festival war sehr erfolgreich. In Konya werden Vorbereitungen getroffen, um das Ciritspiel traditionell wieder zu beleben.
Das Ciritspiel besteht aus zwei Mannschaften. Diese Mannschaften reihen sich in
Sechser-, Achter- oder Zwölfergruppen an die beiden Enden eines 70 bis 120 Meter breiten Platzes auf. Die Cirit- Spieler, die traditionell gekleidet sind, steigen auf ihr Pferd. In ihrer rechten Hand halten sie das Speer, das als erstes geworfen wird. In die andere Hand nehmen sie weitere Speere. Ein Reiter von einer Mannschaft tritt vor und nähert sich 30-40 m der gegenüberstehenden Mannschaft. Er ruft den Namen eines Spielers der anderen Mannschaft und ladet ihn damit zur Platzmitte ein. Er wirft der Speer diesem Spieler zu, kehrt zurück und spornt sein Pferd in Richtung seiner Mannschaft. Der ausgewählte Spieler der anderen Mannschaft verfolgt den zurückkehrenden Spieler und wirft ihm sein Speer zu, der wird von einem anderen Spieler seiner Mannschaft begrüßt und versucht sofort wieder zurückzukehren. Diesmal wird er verfolgt und mit dem Speer beworfen.
Das Spiel geht so weiter. Spieler, die mit ihrem Speer den Gegner getroffen haben, bekommt ein Punkt für ihre Mannschaft. Falls ein Spieler mit seinem Speer nicht seinen Gegner, sondern sein Pferd trifft, wird ein Punkt abgezogen.
Der Cirit- Spieler versucht sich mit verschiedenen Bewegungen vor seinem Gegner zu schützen. Er versteckt sich hinter die rechten oder linken Seiten seines Pferdes oder hängt sich bis zum Bauch seines Pferdes herunter. Dieses Spiel bedarf einer sehr großen Reiterkunst und überdurchschnittlichen Bewegungsfähigkeit. Einige Cirit- Spieler treffen ihren Gegner 3-4 Mal bis dieser seine Mannschaft erreicht und sammeln mehrere Punkte auf einmal. Die Augen oder Ohren der Spieler werden manchmal vom Speer getroffen. Es ist also auch kein ungefährliches Spiel. Einige haben dabei sogar schon den Tod gefunden. Wenn so ein Unfall vorkommt gibt es keinen Ankläger vonseiten der Familie des Geschädigten. Väter sind stolz auf ihre verlorenen Söhne.
Um tödliche Verletzungen während des Spieles zu verhindern, werden die Speere aus Pappelholz hergestellt. Früher wurden die Speere aus Dattelpalmen- oder Eichenholz gemacht. Sie sind 70-100 cm lang und haben einen Durchmesser von 2-3 cm. Den Spitzen der Speere werden zylindrische Formen gegeben. Die Oberfläche wird geglättet. Dies ist eine Maßnahme, um tödliche Verletzungen zu verhindern.
Die Zuschauer feuern die Cirit- Spieler und die Pferde mit verschiedenen Sprüchen an.
Falls zwischen den Cirit- Spieler miteinander befeindete Kämpfer sind, wird darauf geachtet, dass sie in der gleichen Mannschaft spielen. Die Jugendlichen stimmen dieser Durchführung der älteren Dorfbewohner zu. Auch die älteren Menschen halten sich immer an diese Tradition. Ein Rat aus früheren Cirit- Spielern gibt das Ergebnis bekannt.
Nach dem Ciritspiel werden die erfolgreichen Spieler von den Organisatoren mit Preisen ausgezeichnet. Anschließend findet ein Festessen statt.
Das Ciritspiel wurde durch Alpaslan in Anatolien bekannt. Später wurde es auch in europäischen und arabischen Ländern gespielt. Im 17. Jahrhundert war das Ciritspiel auch in Frankreich, Deutschland und in anderen Ländern verbreitet.
Das vom Konya Tourismusverein im September 1972 veranstaltete Festival der Cirit Spiele machte wieder auf diesen nationalen Kampfsport aufmerksam. Das landesweite Interesse und die Wiederbelebung diesbezüglicher Spiele wird ein zusätzlicher Gewinn sein.
Zwergscharben bevorzugen Stillgewässerränder und mildes Klima. Sie bewohnen Süß-, Salz- und Brackwasser und überwintern überwiegend in Lagunen, Delten und Flüssen im Wald. Sie brüten in ihren Überwinterungsgebieten. Die Zwergscharben brüten gewöhnlich in Kolonien. Die Brutsaison dauert von Ende März bis Anfang Juli. Sie bauen ihre Nester 1-1,5 m über dem Meeresspiegel in Bäumen und Büschen.
In bewaldeten Gebieten sind die Nester manchmal in 2-2,5 m Höhe. Sie benutzen ihre alten Nester wieder, nachdem sie sie verstärkt haben.
Die Brutpopulation in der Türkei wird auf 1500 Paare geschätzt. (DHKD Verein zum Schutz des natürlichen Lebens) Die Brutgebiete in der Türkei sind der Uluabat See (max. 300 Paare), die Ereğli Röhre (max. 600 Paare), die Sultan Röhre (Kayseri) (max. 200 Paare), der KuŞ See (150 Paare) sowie die AkŞehir und Eber Seen, die HotamıŞ Röhre (Konya) und die Çaldıran Röhre (Van).
Die Überwinterungsgebiete sind das Meriç Delta (Edirne) (max. 1450), der Uluabat See (max. 1078), das Gediz Delta (max. 1000), das B. Menderes Delta (max. 350). Weitere Überwinterungsgebiete sind der Marmara See, der IŞıklı See, der Eğridir See und das Göksu Delta.
KRAUSKOPFPELIKAN (Pelicanus crispus)
Krauskopfpelikane bewohnen breite Binnengewässer, Seen, große Sumpfgebiete und Lagunen. Obwohl sie im Süßwasser leben, trifft man sie, wenn auch selten, in Salz- und Brackwasser an. Sie bevorzugen überwiegend Gewässerränder mit vielen Fischen. Diese Pelikane brüten an Seen, Delten und Flussmündungen in Kolonien. Sie fliegen im Februar zu ihren Brutplätzen. Nach 10 Tagen legt das Krauskopfpelikan-Weibchen 4 Eier. Die Brutzeit beträgt 31-32 Tage. Mit 11-12 Wochen sind die Jungen voll befiedert. Die Krauskopfpelikane verlassen im Herbst ihre Brutgebiete. Die Überwinterungsgebiete sind die Küsten und Delten des Mittelmeeres sowie des Kaspisches Meeres. Die Gebiete zum Überwintern sind sehr schmal.
Lage in der Türkei:
Brutgebiete: das Menderes Delta (max. 42 Paare), der KuŞ See (max. 35 Paare), das Gediz Delta (max. 35 Paare), der AktaŞ See (Ardahan) (max. 50 Paare), das Kızılırmak Delta (max. 6 Paare).
Ihre Überwinterungsgebiete sind das Menderes Delta (max. 434), das Gediz Delta (max. 341), das Meriç Delta (max. 290), der Uluabat See (max. 136), der KuŞ See (max. 117), das Göksu Delta (max. 56).
ZWERGGANS ( Anser erythropus)
Die Brutgebiete der Zwerggans befinden sich in den hochnordischen Tundragebieten Skandinaviens und Russlands.
Die vegetarische Zwerggans ernährt sich von Grasschösslingen in Gewässernähe und bevorzugt salzige Sumpfgebiete.
Überwinterungsgebiete sind meistens halbtrockene Gebiete. Falls sie keine Steppen finden, bewohnen sie andere Habitate.
Lage in der Türkei:
In kalten Winterjahren kann man sie in Westanatolien, Thrazien und in Ostanatolien sehen.
ROTHALSGANS ( Branta ruficollis )
Die Rothalsgans bewohnt während der Zugzeit Steppengebiete. Ihre Ernährungshabitate an den Küsten des westlichen Schwarzmeergebietes sind jedoch Wiesen und landwirtschaftliche Nutzflächen. Um Wasser zu trinken und die Nacht zu verbringen kann die Rothalsgans zu sicheren Stillgewässerrändern fliegen. Ihre Brutgebiete sind überwiegend Tundren. Sie brüten in Kolonien aus 5-6 Paaren und legen 3-10 Eier. Die Brutdauer beträgt 25 Tage.
Lage in der Türkei:
Die Türkei ist eines der fünf Länder, in denen sie während der Zugzeit gesehen werden können. Im Winter sind wenige Rothalsgänse an Stillgewässerrändern in Kayseri zu sehen. Am Erçek See (Van) in Ostanatolien brüteten im Jahre 1982 zwei Paare. Informationen über die darauf folgenden Jahre liegen nicht vor.
BRAUTENTE (Marmorentta angustrious)
Die Brautenten bewohnen mit Pflanzen bedeckte Gebiete neben seichten Süßwasserseen. Manchmal trifft man sie jedoch auch in Gebieten neben Salz- oder Brackwasserseen. Zur Brutzeit bevorzugen sie Sumpfniederungen. Sie bauen ihre Nester auf Rohren und Pflanzeninselchen über Wasser. Brautenten legen in der ersten Aprilhälfte, auslaufend bis Juni etwa 4-14 Eier. Die Brutdauer beträgt 28-32 Tage. Sie können sehr gut tauchen und ernähren sich hauptsächlich von wirbellosen Tieren und Pflanzen.
Lage in der Türkei:
Die Türkei ist einer der wichtigsten Wohngebiete der Brautente.
Die Brutpopulation in der Türkei wird auf 150-200 geschätzt. 50 Paare im Göksu Delta, 35 Paare in den Delten Seyhan und Ceyhan und 20 Paare in den HatamıŞ Röhren (Konya). Andere Brutgebiete sind die Sultan Röhre, der Kulu See, die Ereğli Röhre, das Bendima Delta und die Çelebibağ (Van) Röhre.
WEIßKOPF-RUDERENTE (Oxyura Leucocephala)
Die Weißkopf Ruderente bewohnt flache Steppenseen mit salzigem, brackigem und süßem Wasser und mit breiten Ufervegetationszonen. Als Überwinterungsgebiete bevorzugen sie überwiegend breite, tiefe und wenig bepflanzte kleine Gebiete oder größere Wasserflächen. Das Nest wird in der äußersten Rohrkante oder auf Schilfinselchen, stets nahe dem tiefen Wasser errichtet. Die Brutsaison dauert von April bis Juli. Sie legen 4-9 große Eier. Die Brutdauer beträgt 22-24 Tage. Sie ernähren sich von Larven, wirbellosen Kleintieren und Wasserpflanzen.
Lage in der Türkei:
Die Türkei ist einer der wichtigsten Länder für die Weißkopf Ruderente. Die meisten verbringen im Vergleich zu den anderen Ländern den Winter in der Türkei. Das weltweit wichtigste Überwinterungsgebiet der Weißkopf Ruderenten ist der Burdur See. In manchen Jahren überwintern 50 Prozent der gesamten Ruderenten am Burdur See. Nach Angaben des Vereins für den Schutz des natürlichen Lebens (DHKD) lebten hier 10927 Weißkopf Ruderenten.
Es wird vermutet, dass diese Zahl drastisch gesunken ist. Außer dem Burdur See überwintern die Enten auch am KuŞ See (max. 34), am Marmara See (max. 20), am KarataŞ See (max. 128), am YarıŞlı See (max. 82) und am İrfanlı Staudamm (max. 122). Vor der Brutzeit bewohnen sie die Sandbänke von Ereğli (max. 508), die HotamıŞ Röhre (max. 354) und den Kulu See (max. 319). Am Ende der Brutzeit wurden sie am Arin See (Sodawasser) (max. 750) und während der Zugzeit am Kızılırmak Delta (max. 1246) gesehen. Ihre Brutgebiete sind: die Ereğli Röhre (max. 50 Paare), die HotamıŞ Röhre (max. 50 Paare), der Kulu See (max. 30 Paare), der Arin See (Sodawasser) (max. 30 Paare), die Sultan Röhre (max. 20 Paare), der Uyuz See (max. 10 Paare), der Kazanlı See (max. 10 Paare), Die Seen Kars Çalı und Kuyucak (max. 12 Paare) sowie die Seen Van Sarısu und NurŞun (max. 6 Paare).
MÖNCHSGEIER (Aegypius Monachus)
Sie bewohnen Berge, in hoch liegende Steppenränder. Um brüten zu können, benötigen sie leicht geneigte bewaldete und weite Täler sowie sub-alpine (bis zu 2000 m) mit verschiedenartigen Nadelbäumen versehene Gebiete. Sie ernähren sich in Steppengebieten. Sie brüten in Kolonien oder alleine. Die Mönchgeier bauen auf Bäumen breite Nester, wo sie ihre Eier legen. Sie brüten erstmals mit 5-6 Jahren. Die Eier werden generell von Februar bis Ende April gelegt. Die Brutzeit beträgt 50-54 Tage. Die Jungen verlassen generell 100-105 Tage lang nicht das Nest.
Die Lage in der Türkei:
Türkmen Baba Berg zwischen EskiŞehir und Kütahya (10 Paare), Nationalpark Kızılcahamam Soğuksu (6 Paare), Berg Bolu Kavalı (5 Paare), EskiŞehir Hamam Berg (5 Paare), Denizli Akberg (3 Paare), Murat Berg (2 Paare), die Berge im östlichen Schwarzmeergebiet (10 Paare).
KAISERADLER (Aquila heliaca)
Der Kaiseradler hält sich in tiefen Lagen bis 1000 Metern über dem Meeresspiegel auf. Seine Brutgebiete in Mittel- und Osteuropa sind Landschaften mit parkähnlichem Charakter, wo Waldungen, Hecken und Feldgehölze mosaikartig abwechseln mit Grasländern, Feuchtgebieten und Kulturland.
Ihre Überwinterungsgebiete sind meist Nebengewässer. Während der Zugzeit haben sie jedoch viele verschiedene Habitate. Der Kaiseradler baut sein Nest generell auf die Kronen von hohen und alten Bäumen. Die Brutzeit, die 6 Wochen beträgt, endet im März oder Anfang April. Sie legen 2-3 Eier. Die Hauptbeute der Kaiseradler sind kleine Säugetiere wie Hasen, Erdhörnchen, Wiesel und Mäuse. Auf dem Speiseplan stehen allerdings auch Wasserschlangen, Salamander, Frösche und Eidechsen.
Die Lage in der Türkei:
2 Paare in den Wäldern Ankara Beynam, ein Paar in den Delten Meriç (Edirne). Die Ilgaz Berge, der Yozgat Nadelwald und der EskiŞehir Türkmen Baba Berg sind vermutlich weitere Brutgebiete. Die Zerstörung des Lebensraums der Säugetiere, von denen sich die Kaiseradler ernähren, die forstwirtschaftlichen Tätigkeiten, die Zerstörung der Habitate und der großen und alten Bäume sowie Jagd und illegaler Handel sind einige Gründe, warum die Bestände des Kaiseradlers zurückgehen.
RÖTELFALKE ( Falco naumanni )
Der Rötelfalke brütet in Kolonien und baut sein Nest auf Dächern alter Häuser, in Mauernischen oder Dachluken alter Gebäude. Er bevorzugt generell warme und heiße Gebiete mit niedrigwüchsiger Pflanzendecke und baut seine Nester überwiegend in von Menschen bewohnten Gebieten. Der Rötelfalke brütet normalerweise in großen Kolonien. Da seine Bestände jedoch drastisch zurückgegangen sind, bestehen die Kolonien nur noch aus weniger als 10 Paaren. Obwohl die Rötelfalken nur mit ihrer Art brüten, bilden sie mit kleinen Krähen und Turmfalken Brutkolonien.
Hauptsächlich ernährt sich der Rötelfalke von großen Insekten wie Heuschrecken, Grillen und Käfern. Die Population in der Türkei wird auf 3-5 Tausend geschätzt. Er brütet in der Umgebung des Tuz Sees, des Balıkdamı (EskiŞehir) sowie der Ereğli Röhrichte.
WACHTELKÖNIG (Crex Crex)
Der Wachtelkönig bewohnt Nichtgedüngte feuchte Felder, regelmäßig gemähtes Wiesenland mit wenig Pflanzen sowie angebaute Felder. Auch Stillgewässerränder und die Ränder von Röhrichten sind für diese Art von großer Bedeutung. Sie brüten meistens in offenen oder halboffenen Geländen und verstecken sich in hochwüchsigen, deckungsreichen Wiesen.
Die Brutsaison im Frühling verbringt der Wachtelkönig in hochwüchsigen Wiesen, wo reichlich Wurzeln und Blätter sind. Er ernährt sich von wirbellosen Kleintieren, die auf Blättern und in der Erde leben. Im Herbst und im Winter ernährt sich der Wachtelkönig überwiegend von Samen. Er verbringt den Sommer in der Türkei oder zieht über die Türkei weiter nach Süden. Er legt 7-9 und manchmal auch 12 Eier. Die Brutdauer beträgt 3 Wochen. Im Sommer lebt er im Süden des Marmara- Gebietes, in den inneren Teilen der Ägäis sowie in Zentralanatolien. In den übrigen Gebieten der Türkei wird er als Zugvogel gesehen. Über die Brutgebiete in der Türkei ist eine umfangreiche Untersuchung erforderlich. Bislang wurden in der Türkei 10 Paare festgestellt. (Bird in Europe, Seite 228)
GROSSTRAPPE (Otis tarda)
Die Großtrappe bewohnt ein weites Gebiet von Mittel- und Südeuropa bis Mittelasien und Mandschurei. Sie bevorzugt breite offene und überwiegend flache landwirtschaftliche Nutzflächen, Wiesenland und Steppen. Sie baut ihr Nest in angebaute Felder oder zwischen hochwüchsigem Gras. Der Nestplatz wird vom Weibchen ausgesucht.
Die Großtrappe legt meistens 2 Eier. Ihre Brutdauer beträgt 28-30 Tage. Sie ist während der Brutzeit sehr sensibel. Falls sie beunruhigt wird, verlässt sie sofort das Nest. Die Jungen werden in den ersten Monaten von Käfern ernährt. Die Großtrappe ernährt sich von Käfern und Pflanzen. Sie wechselt ihren Wohnort nur in harten Wintermonaten.
Lage in der Türkei:
Sie werden in der AltınbaŞ Ebene in Kütahya (1996 51 Paare), im Aliken Plateau EskiŞehir (20 Paare), im Nordwesten des Van Sees (200 Paare) sowie in der Bulamak Ebene in MuŞ beobachtet.
DÜNNSCHNABELBRACHVOGEL (Numenius tenuirostris)
Untersuchungen im südlichen Tal- Gebiet in Westsibirien und in Waldsteppen belegen, dass der Dünnschnabelbrachvogel kleine bewaldete Gebiete, seichte Gewässer, kleine Wiesen und kleine Gebiete ohne Pflanzen bewohnt. Er bevorzugt während des Zugs und zum Überwintern verschiedene Habitate wie salzige Sumpfgebiete, Steppen, brackige Lagunen und Fischseen.
Er zieht über die Türkei nach Nordafrika und in die westlichen Mittelmeerländer. In der Türkei wurden zwischen 1946-1990 insgesamt 29 Dünnschnabelbrachvögel registriert. Die potentiellen Wohngebiete in der Türkei sind vermutlich der Tuz See, das Göksu Delta, der Seyfe See, der Burdur See und die Çamaltı Saline sowie das Kızılırmak Delta.
INSELMÖWE (Larus ovdoinii)
Sie bewohnt felsige Abgründe und Inseln, die von der Küste entfernt liegen und benutzt verschiedene Habitate wie felsige oder 85 Prozent mit Büschen bedeckte Gebiete, gänzlich flache und auch um 90 Grad geneigte Gebiete der dem Meeresspiegel nahen Höhen bis zu 1000 Metern.
Sie brüten in Kolonien, die Tausende Paare erreichen können. Als Brutgebiete bevorzugen sie Gebiete, die weniger dicht mit Pflanzen bedeckt sind. Die Pflanzen schützen die Jungen vor Wärme und Raubtieren. Sie legen in der zweiten Aprilhälfte, auslaufend bis Mai etwa 2-3 Eier. In den ersten zwei Wochen im Juli schlüpfen die Jungen aus den Eiern. Die Brutdauer beträgt 4 Wochen. Die Inselmöwe ernährt sich von Fischen, kleinen Säugetieren, Gliederfüßern, Vögeln und Pflanzen. Im ganzen Mittelmeergebiet werden sie auf 15 Tausend Paare geschätzt. Im türkischen Mittelmeergebiet leben vermutlich 30-50 Paare. Zwischen Mersin und Silifke wurden 30 Paare registriert.
SEGGENROHRSÄNGER (Acrocephalus paludicola)
Während der Brutsaison hält sich der Seggenrohrsänger gerne in großflächigen Feuchtgebieten mit wenig Bäumen und Büschen und einem Wasserstand zwischen 1 und 10 cm auf. Er bevorzugt Sumpfgebiete an Flussebenen. Während des Zugs benötigt der Seggenrohrsänger Sümpfe mit kurzem Gras und Röhrichte in offenen Gewässern.
Seggenrohrsänger vereinen Polygamie und gemischte Fortpflanzung. Sie brüten 15-16 Tage lang. Der Erfolg der Fortpflanzung ist mit 83 Prozent sehr hoch, falls sie nicht von kleinen Säugetieren gestört werden.
Den Sommer verbringt er im Marmara- Gebiet, im westlichen Mittelmeergebiet und im Nordosten Anatoliens.
Waldrapp (Geronticus eremita)
Der vom Aussterben bedrohte in Kolonien lebende Waldrapp (Geronticus eremita) ist in der Türkei nur in der Kreisstadt Birecik der Provinz Urfa und in Marokko zu sehen. Dieser Vogel ist unter den Wildtieren in der Türkei der am meisten vom Aussterben bedrohte.
Der Waldrapp nimmt einen besonderen Platz in der Fauna der Türkei ein. Deshalb sind die Bemühungen zur Fortpflanzung und zum Schutz des Waldrapps von großer Bedeutung und werden von den Vogelliebhabern aus nächster Nähe verfolgt.
Die Jahre zwischen 1958 und 1960 waren für die Waldrappenpopulation ein schwerer Schlag. Um einen von Syrien und Irak sich nähernden Heuschreckenschwarm zu bekämpfen, wurde im ganzen südostanatolischen Gebiet das Insektenbekämpfungsmittel DDT eingesetzt. Die Zahl der Waldrappe war früher so hoch, dass sie nach Worten von noch heute lebenden Menschen "die Sonne bedeckten". Einige ausländische Vogelbeobachter registrierten Anfang des 20. Jahrhunderts in dieser Umgebung mehr als 1000 Waldrappennester. Aus dieser Information wird vermutet, dass die Waldrappenpopulation damals über 5000 war.
Nach dem DDT Einsatz kamen mehr als 700 Paare Waldrappen ums Leben. Ihre Zahl sank von Jahr zu Jahr weiter. Daraufhin traf die Zentrale Jagdkommission nach dem Feldjagd-Gesetz Nummer 3167 einen Beschluss, wonach der Waldrapp ab 1967 zu den das ganze Jahr über geschützten Tierarten gehörte. Dies konnte jedoch nicht verhindern, dass sie immer weniger wurden. Ihre Zahl schrumpfte aufgrund von Eingriffen des Menschen in ihre Lebensräume. Die Menschen errichteten 3-4 stockige Gebäude vor den von Kolonien bewohnten Felsen.
1978 errichtete das Generaldirektorat für den Schutz der Nationalparks und der Jagd- und Wildtiere einen Kilometer nördlich des Stadtgebietes eine spezielle Aufzuchtsstation, um die Zahl des Waldrapps zu erhöhen.
Die in den speziellen Stationen gezüchteten Vögel wurden markiert und in die freie Natur gelassen. Einige paarten sich mit den aus dem Süden zurückgekehrten Waldrappen und bekamen Jungen. Das wichtigste Problem war jedoch, dass mehrere gezüchtete Waldrappe die Kreisstadt Birecik nicht verlassen haben. Sie zogen im Winter nicht in wärmere Gebiete, was für den Waldrapp ganz natürlich ist, sondern blieben in Birecik und starben wegen der Kälte.
Das Volk in Birecik betrachtet den Waldrapp als Verkünder des Frühlings und als ein heiliges Tier. Wenn die Waldrappen nach Birecik zurückkehren, werden deshalb Festivals veranstalte. Trotz jeglicher Bemühungen ist der Bestand der Waldrappe drastisch gesunken. Jedes Jahr kehrten immer weniger Waldrappen aus dem Süden zurück. 1991 kam leider kein einziger Waldrapp mehr in die Türkei.
Der Waldrapp baut sein Nest in Felsen und lebt in Kolonien. Er legt meistens 2-4 Eier. Die Brutdauer beträgt 27-28 Tage.
Er ernährt sich von Heuschrecken, Käfern, Schlangen, Eidechsen und Larven.
PURPURHUHN (Porphyrio porphyrio)
Das auch Purpuralle genannte Purpurhuhn bewohnt in der Türkei nur das Göksu Delta (Silifke). Es wurde jedoch auch im Kızılırmak Delta gesehen.
Dieser Vogel lebt in der Türkei und ist kein Zugvogel. Obwohl behauptet wird, dass das Purpurhuhn vom Kaspischen Meer zum Kızılrmak Delta gezogen ist, sind wir davon überzeugt, dass sich diese Vogelart im Kızılırmak Delta vermehrt hat. Nachdem eine höhere Zahl erreicht war, wurde es von den Forschern registriert.
Das Purpurhuhn ist in der Türkei vom Aussterben bedroht. Im Göksu Delta leben 300 und im Kızılırmak Delta 20 Paare...
Es bewohnt Seen, die dicht mit Röhren bedeckt sind, Sümpfe und wieder mit Röhren bedeckte breite Kanäle sowie Feuchtgebiete. Das Nest wird vom Weibchen und Männchen gemeinsam gebaut. Das Weibchen legt 3-5 Eier und brütet abwechselnd mit dem Männchen. Die Brutdauer beträgt 28 Tage. Die Jungen werden von beiden Elternteilen aufgezogen und werden in 35-45 Tagen flügge.
Purpurhühner ernähren sich von verschiedenen Wasserpflanzen, Samen, Wasserkäfern, Insekten und Fröschen.
Vogelarten in der Türkei (9.8 Mb)
Das Cirit Spiel
"Cirit", auch "Çavgan" genannt, ist ein Spiel, das die Türken seit Jahrhunderten spielen. Die Türken brachten dieses Pferdespiel von Mittelasien nach Anatolien. Das Pferd ist für die Türken heilig und unverzichtbar. Sie kamen auf dem Pferd auf die Welt, wuchsen auf dem Pferd auf, führten ihre Kriege auf dem Pferd und starben auf dem Pferd. Die Stutenmilch war ein gängiges Getränk der Türken.
Das Ciritspiel war das größte Zeremonien- und Sportspiel der Asien-Türken. Im 16. Jahrhundert wurde es zu einem Kriegsspiel der osmanischen Türken. Das Ciritspiel war im 19. Jahrhundert ein weit verbreitetes Schau- und Sportspiel im ganzen Osmanischen Reich und in den Palästen. Da Cirit gleichzeitig ein sehr gefährliches Spiel ist wurde es im Jahre 1826 von Sultan Mahmut II. verboten. Nach seiner Herrschaft wurde das Spiel erneut im Osmanischen Reich als Kriegsspiel verbreitet.
Das Ciritspiel, das vor 40-50 Jahren in fast allen Ecken Anatoliens gespielt wurde, existierte in den letzten Jahren nur noch in Balıkesir, Söğüt, Konya, Kars, Erzurum und Bayburt. Es wird seit 20-25 Jahren in Konya und Balıkesir überhaupt nicht mehr gespielt.
Trotzdem wird dieses Spiel in fast allen Ecken Anatoliens während Hochzeiten und Festen von Dorfjungen oder Einwohnern von Provinzstädten gespielt. In großen Städten hat Cirit seit vielen Jahren keinen Platz mehr. Das Ciritspiel ist von den Dörfern in Sinop bis Gaziantep, von Bursa bis Antalya sowie im Osten, Westen, Süden und Norden Anatoliens ein Helden- und Kriegsspiel neben dem Ringkampf. Um das Interesse des Volkes zu erwecken, wird auf dem Cirit Platz traditionelle Musik mit Trommeln und Oboen gespielt. Auch im Iran, Afghanistan und Turkmenistan sowie anderen von Türken bewohnten Ländern in Asien ist das Ciritspiel weit verbreitet.
Cirit wird jedes Jahr anlässlich der Ertuğrul Gazi Zeremonien am zweiten Septembersonntag in Söğüt sowie in Erzurum, Kars und Bayburt anlässlich verschiedener Feierlichkeiten gespielt.
Im September 1972 wurde durch Vorstoß des Konya Tourismusvereins in Konya ein Ciritfestival veranstaltet. An diesem Festival nahmen Cirit- Mannschaften aus Erzurum und Bayburt teil. Das Festival war sehr erfolgreich. In Konya werden Vorbereitungen getroffen, um das Ciritspiel traditionell wieder zu beleben.
Das Ciritspiel besteht aus zwei Mannschaften. Diese Mannschaften reihen sich in
Sechser-, Achter- oder Zwölfergruppen an die beiden Enden eines 70 bis 120 Meter breiten Platzes auf. Die Cirit- Spieler, die traditionell gekleidet sind, steigen auf ihr Pferd. In ihrer rechten Hand halten sie das Speer, das als erstes geworfen wird. In die andere Hand nehmen sie weitere Speere. Ein Reiter von einer Mannschaft tritt vor und nähert sich 30-40 m der gegenüberstehenden Mannschaft. Er ruft den Namen eines Spielers der anderen Mannschaft und ladet ihn damit zur Platzmitte ein. Er wirft der Speer diesem Spieler zu, kehrt zurück und spornt sein Pferd in Richtung seiner Mannschaft. Der ausgewählte Spieler der anderen Mannschaft verfolgt den zurückkehrenden Spieler und wirft ihm sein Speer zu, der wird von einem anderen Spieler seiner Mannschaft begrüßt und versucht sofort wieder zurückzukehren. Diesmal wird er verfolgt und mit dem Speer beworfen.
Das Spiel geht so weiter. Spieler, die mit ihrem Speer den Gegner getroffen haben, bekommt ein Punkt für ihre Mannschaft. Falls ein Spieler mit seinem Speer nicht seinen Gegner, sondern sein Pferd trifft, wird ein Punkt abgezogen.
Der Cirit- Spieler versucht sich mit verschiedenen Bewegungen vor seinem Gegner zu schützen. Er versteckt sich hinter die rechten oder linken Seiten seines Pferdes oder hängt sich bis zum Bauch seines Pferdes herunter. Dieses Spiel bedarf einer sehr großen Reiterkunst und überdurchschnittlichen Bewegungsfähigkeit. Einige Cirit- Spieler treffen ihren Gegner 3-4 Mal bis dieser seine Mannschaft erreicht und sammeln mehrere Punkte auf einmal. Die Augen oder Ohren der Spieler werden manchmal vom Speer getroffen. Es ist also auch kein ungefährliches Spiel. Einige haben dabei sogar schon den Tod gefunden. Wenn so ein Unfall vorkommt gibt es keinen Ankläger vonseiten der Familie des Geschädigten. Väter sind stolz auf ihre verlorenen Söhne.
Um tödliche Verletzungen während des Spieles zu verhindern, werden die Speere aus Pappelholz hergestellt. Früher wurden die Speere aus Dattelpalmen- oder Eichenholz gemacht. Sie sind 70-100 cm lang und haben einen Durchmesser von 2-3 cm. Den Spitzen der Speere werden zylindrische Formen gegeben. Die Oberfläche wird geglättet. Dies ist eine Maßnahme, um tödliche Verletzungen zu verhindern.
Die Zuschauer feuern die Cirit- Spieler und die Pferde mit verschiedenen Sprüchen an.
Falls zwischen den Cirit- Spieler miteinander befeindete Kämpfer sind, wird darauf geachtet, dass sie in der gleichen Mannschaft spielen. Die Jugendlichen stimmen dieser Durchführung der älteren Dorfbewohner zu. Auch die älteren Menschen halten sich immer an diese Tradition. Ein Rat aus früheren Cirit- Spielern gibt das Ergebnis bekannt.
Nach dem Ciritspiel werden die erfolgreichen Spieler von den Organisatoren mit Preisen ausgezeichnet. Anschließend findet ein Festessen statt.
Das Ciritspiel wurde durch Alpaslan in Anatolien bekannt. Später wurde es auch in europäischen und arabischen Ländern gespielt. Im 17. Jahrhundert war das Ciritspiel auch in Frankreich, Deutschland und in anderen Ländern verbreitet.
Das vom Konya Tourismusverein im September 1972 veranstaltete Festival der Cirit Spiele machte wieder auf diesen nationalen Kampfsport aufmerksam. Das landesweite Interesse und die Wiederbelebung diesbezüglicher Spiele wird ein zusätzlicher Gewinn sein.
